Umgang mit Höhen und Tiefen des Lebens VC 295

Viveka Chudamani Vers 295. Der unbeteiligte Beobachter als Wisser/ ewiger Zeuge aller Veränderungen in allen Dingen, die dem Prozess der Veränderung unterworfen sind, ist zweifellos unveränderlich und ewig (nitya avikara). Die Unwirklichkeit des Sichtbaren und Unsichtbaren wird in der Fantasie (manoratha), in den Träumen und im Tiefschlaf des Einzelnen immer wieder klar erkannt.

Sanskrit-Text:

vikāriṇāṃ sarva-vikāra-vettā
nityāvikāro bhavituṃ samarhati |
mano-ratha-svapna-suṣuptiṣu
sphuṭaṃ punaḥ punar dṛṣṭam asattvam etayoḥ || 295 ||

विकारिणां सर्वविकारवेत्ता
नित्याविकारो भवितुं समर्हति |
मनोरथस्वप्नसुषुप्तिषु स्फुटं
पुनः पुनर्दृष्टमसत्त्वमेतयोः || २९५ ||

vikarinam sarva-vikara-vetta
nityavikaro bhavitum samarhati |
mano-ratha-svapnas-ushuptishu sphutam
punah punar drishtam asattvam etayoh || 295 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • vikāriṇām : der wandelbaren (Vikarin) Dinge
  • sarva-vikāra-vettā : der Zeuge (Vettri) aller (Sarva) Wandlungen (Vikara)
  • nityāvikāraḥ : ewig (Nitya) und unwandelbar (Avikara)
  • bhavitum : sein (bhū)
  • samarhati : sollte (sam + arh)
  • mano-ratha-svapna-suṣuptiṣu : in Tagträumereien (Manoratha), im Traum (Svapna) und im Tiefschlaf (Sushupti)
  • sphuṭam : deutlich (Sphuta)
  • punaḥ punaḥ : immer wieder (Punar)
  • dṛṣṭam : wird wahrgenommen (“gesehen”, Drishta)
  • asattvam : die Unwirklichkeit (“das Nichtdasein”, Asattva)
  • etayoḥ : dieser beiden (des grob- und feinstofflichen Körpers, Tad)

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