Bemühe dich ernsthaft VC 66

Viveka Chudamani Vers 66. Dieser Vers lautet: Daher sollten sich die Weisen/Gelehrten (pandita), – um sich von den Fesseln des Kreislaufes von Geburt und Tod zu befreien – selber ernsthaft bemühen, so wie man bei einer Krankheit selber die Medizin einnehmen muss.

Sanskrit-Text:

tasmāt sarva-prayatnena bhava-bandha-vimuktaye |
svair eva yatnaḥ kartavyo rogādāv iva paṇḍitaiḥ || 66 ||

तस्मात्सर्वप्रयत्नेन भवबन्धविमुक्तये |
स्वैरेव यत्नः कर्तव्यो रोगादाविव पण्डितैः || ६६ ||

tasmat sarva-prayatnena bhava-bandha-vimuktaye |
svair eva yatnah kartavyo rogadav iva panditaih || 66 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • tasmāt : deshalb, daher (Tasmat)
  • sarva-prayatnena : mit aller (Sarva) Anstrengung (Prayatna)
  • bhava-bandha-vimuktaye : für die Befreiung (Vimukti) aus den Fesseln (Bandha) der (materiellen) Existenz (Bhava)
  • svaiḥ : aus sich selbst (Sva)
  • eva : nur (Eva)
  • yatnaḥ : das Streben („Bestrebung“, Yatna)
  • kartavyaḥ : ist zu richten („ist zu machen“, Kartavya)
  • rogādau : (im Falle) von Krankheiten (Roga) usw. (Adi)
  • iva : wie (Iva)
  • paṇḍitaiḥ : der Weisen („von den Weisen“, Pandita)     || 66 ||

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Hebe den spirituellen Schatz VC 65

Viveka Chudamani Vers 65. Dieser Vers lautet: Ein Schatz im Boden kann gehoben werden dadurch, dass man erfährt, wo er liegt, nach ihm gräbt und die Steine, die ihn bedecken, entfernt, nicht aber dadurch, dass man sagt, er solle aus der Erde herauskommen. Ebenso erlangt man das reine, durch Maya verhüllte Selbst durch Unterweisungen (upadesha) des Schülers durch einen Kenner der Absoluten Wirklichkeit, durch Nachdenken (manana) und Meditation (dhyana). Das Selbst (tattva) erschließt sich nicht durch Argumente.

Sanskrit Text:

āptoktiṃ khananaṃ tathopari-śilādy-utkarṣaṇaṃ svī-kṛtiṃ
nikṣepaḥ samapekṣate na-hi bahiḥ śabdais tu nirgacchati |
tad-vad brahma-vidopadeśa-manana-dhyānādibhir labhyate
māyā-kārya-tirohitaṃ svam amalaṃ tattvaṃ na dur-yuktibhiḥ || 65 ||

आप्तोक्तिं खननं तथोपरिशिलाद्य्-उत्कर्षणं स्वीकृतिं
निक्षेपः समपेक्षते नहि बहिः शब्दैस्तु निर्गच्छति |
तद्वद्ब्रह्मविदोपदेशमननध्यानादिभिर्लभ्यते
मायाकार्यतिरोहितं स्वममलं तत्त्वं न दुर्युक्तिभिः || ६५ ||

aptoktim khananam tathopari-shilady-utkarshanam svi-kritim
nikshepah samapekshate na-hi bahih shabdai stu nirgachchhati |
tad-vad brahma-vidopadesha-manana-dhyanadibhir labhyate
maya-karya-tirohitam svam amalam tattvam na dur-yuktibhih || 65 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • āptoktim : den Hinweis („Verkündigung“, Ukti) einer kundigen, vertrauenswürdigen Person (Apta)
  • khananam : das Graben (Khanana)
  • tathā : und, ebenso (Tatha)
  • upari-śilādy-utkarṣaṇam : das Forträumen („Hinaufziehen“, Utkarshana) von darüber(liegendem, Upari) Gestein (Shila) usw. (Adi)
  • svī-kṛtim : die Aneignung, Inbesitznahme (Svikriti)
  • nikṣepaḥ : ein verborgener Schatz (Nikshepa)
  • samapekṣate : erfordert (sam + apa + īkṣ)
  • na-hi : gewiss nicht (Nahi)
  • bahiḥ : nach draußen (Bahis)
  • śabdaiḥ : durch Worte (Shabda)
  • tu : aber, jedoch (Tu)
  • nirgacchati : er kommt heraus (nis + gam)
  • tad-vad : ebenso, desgleichen (Tadvat)
  • brahma-vidopadeśa-manana-dhyānādibhiḥ : durch die Unterweisung (Upadesha) eines Kenners des Absoluten (Brahmavida), Reflexion (Manana), Meditation (Dhyana) usw. (Adi)
  • labhyate : wird erlangt (labh)
  • māyā-kārya-tirohitam : die durch die Wirkungen (Karya) der Illusion (Maya) verborgene (Tirohita)
  • svam : eigene (Sva)
  • amalam : makellose, reine (Amala)
  • tattvam : Wirklichkeit („das Sosein“, Tattva)
  • na : nicht (Na)
  • dur-yuktibhiḥ : durch nutzloses Argumentieren („schlechte Mittel“, Duryukti)     || 65 ||

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Übernimm die Herrschaft über dich selbst VC 64

Viveka Chudamani Vers 64. Dieser Vers lautet: Man kann nicht dadurch König werden, dass man sagt: „Ich bin der König“, ohne die Feinde bekämpft, das Land vollständig erobert und die Herrschaft übernommen zu haben.

Sanskrit-Text:

akṛtvā śatru-saṃhāram agatvākhila-bhū-śriyam |
rājāham iti śabdān no rājā bhavitum arhati || 64 ||

अकृत्वा शत्रुसंहारमगत्वाखिलभूश्रियम् |
राजाहमिति शब्दान्नो राजा भवितुमर्हति || ६४ ||

akritva shatru-samharam agatvakhila-bhu-shriyam |
rajaham iti shabdan no raja bhavitum arhati || 64 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • akṛtvā : ohne bewirkt zu haben („nicht gemacht habend“, a+ kṛ)
  • śatru-saṃhāram : die Vernichtung (Samhara) seiner Feinde (Shatru)
  • agatvā : ohne in Besitz genommen zu haben („begangen habend“, gam)
  • akhila-bhū-śriyam : den Reichtum (Shri) des gesamten (Akhila) Reiches („der Erde“, Bhu)
  • rājā : der König (Rajan)
  • aham : ich (bin, Aham)
  • iti : so (Iti)
  • śabdāt : aufgrund der Aussage („des Wortes“, Shabda)
  • no : nicht (No)
  • rājā : ein König
  • bhavitum : zu sein (bhū)
  • arhati : verdient (arh)     || 64 ||

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Transzendiere die sichtbare Welt VC 63

Viveka Chudamani Vers 63. Dieser Vers lautet: Wie kann einer die Befreiung alleine durch das Reden über Brahman erreichen, ohne dass die sichtbare Welt transzendiert und die wahre Natur des Selbst erkannt wird?

Sanskrit-Text:

akṛtvā dṛśya-vilayam ajñātvā tattvam ātmanaḥ |
brahma-śabdaiḥ kuto muktir ukti-mātra-phalair nṛṇām || 63 ||

अकृत्वा दृश्यविलयमज्ञात्वा तत्त्वमात्मनः |
ब्रह्मशब्दैः कुतो मुक्तिरुक्तिमात्रफलैर्नृणाम् || ६३ ||

akritva drishya-vilayam ajnatva tattvam atmanah |
brahma-shabdaih kuto muktir ukti-matra-phalair nrinam || 63 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • akṛtvā : ohne bewirkt zu haben („nicht gemacht habend“, a+ kṛ)
  • dṛśya-vilayam : die Auflösung (Laya) der Welt der objektiven Wirklichkeit („des Sichtbaren“, Drishya)
  • ajñātvā : ohne erkannt zu haben („nicht erkannt habend“, a + jñā)
  • tattvam : die Wirklichkeit („das Sosein“, Tattva)
  • ātmanaḥ : des Selbst (Atman)
  • brahma-śabdaiḥ : durch die Wiederholung des Wortes („die Worte“, Shabda) „das Absolute“ (Brahman)
  • kutaḥ : wie („woher“, Kutas)
  • muktiḥ : (kommt dann) die Erlösung, Befreiung (zustande, Mukti)
  • ukti-mātra-phalaiḥ : durch die Wirkung („Früchte“, Phala) bloßer (Matra) Worte („Rede“, Ukti)
  • nṛṇām : von Menschen (Nri)     || 63 ||

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Erfahre Brahman – VC 62

Viveka Chudamani Vers 62.  Dieser Vers lautet: Eine Krankheit geht dadurch nicht weg, dass man das Wort „Medizin“ ausspricht, ohne sie einzunehmen. Man wird nicht befreit, indem man das Wort „Brahman“ ausspricht, ohne Brahman selbst zu erfahren.

Sanskrit-Text:

na gacchati vinā pānaṃ vyādhir auṣadha-śabdataḥ |
vināparokṣānubhavaṃ brahma-śabdair na mucyate || 62 ||

न गच्छति विना पानं व्याधिरौषधशब्दतः |
विनापरोक्षानुभवं ब्रह्मशब्दैर्न मुच्यते || ६२ ||

na gachchhati vina panam vyadhir aushadha-shabdatah |
vinaparokshanubhavam brahma-shabdair na muchyate || 62 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • na : nicht (Na)
  • gacchati : vergeht („geht“, gam)
  • vinā : ohne (Vina)
  • pānam : das Einnehmen („Trinken“, Pana)
  • vyādhiḥ : eine Krankheit (Vyadhi)
  • auṣadha-śabdataḥ : durch das Wort (Shabda) „Heilmittel“ (Aushadha)
  • vinā : ohne
  • aparokṣānubhavam : die unmittelbare („vor Augen liegende“, Aparoksha) Erfahrung (Anubhava)
  • brahma-śabdaiḥ : durch die Wiederholung des Wortes („die Worte“, Shabda) „das Absolute“ (Brahman)
  • na : nicht
  • mucyate : man wird befreit (muc)     || 62 ||

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Die Analogie von Schlange und Seil VC 61

Viveka Chudamani Vers 61. Dieser Vers lautet: Für jemanden, der von der Schlange der Unwissenheit gebissen worden ist, ist das einzige Heilmittel die Erkenntnis der absoluten Wirklichkeit. Was nutzen die Veden und andere Schriften, Mantras und Arzneien dabei?

Sanskrit-Text:

ajñāna-sarpa-daṣṭasya brahma-jñānauṣadhaṃ vinā |
kim u vedaiś ca śāstraiś ca kim u mantraiḥ kim auṣadhaiḥ || 61 ||

अज्ञानसर्पदष्टस्य ब्रह्मज्ञानौषधं विना |
किमु वेदैश्च शास्त्रैश्च किमु मन्त्रैः किमौषधैः || ६१ ||

ajnana-sarpa-dashtasya brahma-jnanaushadham vina |
kim u vedaish cha shastraish cha kim u mantraih kim aushadhaih || 61 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • ajñāna-sarpa-daṣṭasya : einem, der von der Giftschlange („Schlange“, Sarpa) der Unwissenheit (Ajnana) gebissen worden ist (Dashta)

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Worte verwirren den Geist VC 60

Viveka Chudamani Vers 60. Dieser Vers lautet: Die Schriften, die wie ein dichter Dschungel aus Worten sind, verwirren nur den Geist. Daher muss die Wirklichkeit des Selbst mit Hilfe eines Lehrers erfahren werden, der selbst die höchste Wirklichkeit erkannt hat.

Sanskrit-Text:

śabda-jālaṃ mahāraṇyaṃ citta-bhramaṇa-kāraṇam |
ataḥ prayatnāj jñātavyaṃ tattva-jñāt tattvam ātmanaḥ || 60 ||

शब्दजालं महारण्यं चित्तभ्रमणकारणम् |
अतः प्रयत्नाज्ज्ञातव्यं तत्त्वज्ञात्तत्त्वमात्मनः || ६० ||

shabda-jalam maharanyam chitta-bhramana-karanam |
atah prayatnaj jnatavyam tattva-jnat tattvam atmanah || 60 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • śabda-jālam : das Labyrinth („Netz“, Jala) der Schriften („Worte“, Shabda)
  • mahāraṇyam : (ist wie) ein großer Dschungel („Wald“, Maharanya)

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Erkenne die höchste Wirklichkeit VC 59

Viveka Chudamani Vers 59. Dieser Vers lautet: Wenn die höchste Wirklichkeit nicht erkannt wird, ist das Studium der Schriften zwecklos/nutzlos. Wenn jedoch die höchste Wirklichkeit erkannt wird, ist das Studium der Schriften ebenso zwecklos/nutzlos (nishphala).

Sanskrit-Text:

avijñāte pare tattve śāstrādhītis tu niṣphalā |
vijñāte’pi pare tattve śāstrādhītis tu niṣphalā || 59 ||

अविज्ञाते परे तत्त्वे शास्त्राधीतिस्तु निष्फला |
विज्ञाते ऽपि परे तत्त्वे शास्त्राधीतिस्तु निष्फला || ५९ ||

avijnate pare tattve shastradhitis tu nishphala |
vijnate’pi pare tattve shastradhitis tu nishphala || 59 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • avijñāte : (wenn) nicht erkannt ist (Avijnata)
  • pare : die höchste (Para)

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Yogaunterricht allein führt nicht zur Befreiung VC 58

Viveka Chudamani Vers 58. Dieser Vers lautet: Ein beredsamer Vortrag, ein Strom von Worten, die Auslegung der Schriften, große Kenntnisse der Gelehrten befriedigen /erfüllen zwar die Gelehrten, führen jedoch nicht zur Befreiung.

Sanskrit-Text:

vāg-vaikharī śabda-jharī śāstra-vyākhyāna-kauśalam |
vaiduṣyaṃ viduṣāṃ tad-vad bhuktaye na tu muktaye || 58 ||

वाग्वैखरी शब्दझरी शास्त्रव्याख्यानकौशलम् |
वैदुष्यं विदुषां तद्वद् भुक्तये न तु मुक्तये || ५८ ||

vag-vaikhari shabda-jari shastra-vyakhyana-kaushalam |
vaidushyam vidusham tad-vad bhuktaye na tu muktaye || 58 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • vāg-vaikharī : meisterhafte Beherrschung („Artikuliertheit“, Vaikhari) der Sprache (Vach)
  • śabda-jharī : ein Schwall (Jhari) von Worten (Shabda)
  • śāstra-vyākhyāna-kauśalam : Geschick (Kaushala) im Erklären (Vyakhyana) der gelehrten Schriften (Shastra)

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Freude und Selbstverwirklichung VC 57

Viveka Chudamani Vers 57. Dieser Vers lautet: Die Schönheit der Form einer Vina und die Fähigkeit des Spielens auf den Saiten dienen nur zur Freude des Publikums, reichen jedoch nicht aus, zur Königswürde (samrajya)/ zur Einheit/ Selbstverwirklichung zu führen.

Sanskrit-Text:

vīṇāyā rūpa-saundaryaṃ tantrī-vādana-sauṣṭhavam |
prajā-rañjana-mātraṃ tan na sāmrājyāya kalpate || 57 ||

वीणाया रूपसौन्दर्यं तन्त्रीवादनसौष्ठवम् |
प्रजारञ्जनमात्रं तन्न साम्राज्याय कल्पते || ५७ ||

vinaya rupa-saundaryam tantri-vadana-saushthavam |
praja-ranjana-matram tan na samrajyaya kalpate || 57 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • vīṇāyāḥ : einer Vina
  • rūpa-saundaryam : die Schönheit (Saundarya) der Form (Rupa)
  • tantrī-vādana-sauṣṭhavam : (und) die Kunst (Saushthava) des Spielens (Vadana) auf ihren Saiten (Tantri)

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